Donnerstag, 24. Januar 2019

[Rezension] Agatha Christie - Der Tod wartet



Kurzinfos:


Titel: Der Tod wartet (Hercule Poirot #19)
Autor: Agatha Christie
erschienen im: Atlantik Verlag
Taschenbuch
Preis (Stand 01/19): 10,00€ zum Beispiel bei amazon



Klappentext:


"Du siehst doch ein, dass sie sterben muss.” Diesen Satz, den Raymond Boynton an seine Schwester richtet, hört Hercule Poirot zufällig in seinem Jerusalemer Hotel mit. Als Mrs Boynton, die tyrannische Stiefmutter der Geschwister, wenig später auf dem Weg nach Petra ermordet wird, erinnert sich Poirot an die verschwörerischen Worte. Er hat nur 24 Stunden, um den Fall zu lösen. Genug Zeit jedoch, um Überraschendes zu Tage zu fördern…



Meine Meinung:


Ich liebe Agatha Christie. Sie ist ohne Zweifel die Grande Dame of Crime und mit Recht auch die Queen of Mystery. Ich bin begeistert von Hercule Poirot, dem kleinen Mann mit dem Eierkopf und dem großen Schnurrbart, der mit Hilfe seiner kleinen grauen Zellen jeden noch so verzwickten Fall löst. Ich freu mich auf jedes Buch von ihr!

Der Tod wartet ist besonders gewesen und hat mich in keiner Weise enttäuscht! Christie entführt den Leser hier nach Palästina und Jordanien, vor allem nach Petra, der historischen Felsenstadt in Jordanien und hier kommen wier auch schon zu einem der Punkte, welchen ich wunderbar fand bei diesem Buch: Chrstie hat ohne Zweifel ein großartiges Auge für das Detail, ihre Beschreibungen der Gegend, durch das direkte Auge des Erzählers, sowie auch indirekt durch die wörtiche Rede ihrer Figuren, haben es mit wenigen Worten geschafft, dass ich die Hitze im Gesicht spürte und Staub im Mund hatte. 
Ich habe schon viele Bücher gelesen, die ähnliches geschafft haben, aber Christie schafft es hier mit nur wenigen Worten. Bewundernswert.
Was den Aufbau des Buches angeht - es ist in zwei Teile aufgeteilt, im ersten Teil lernen wir die Charaktere kennen und erleben den Mord an der tyrannischen Matriarchin Mrs Boynton in Petra, Poirot spielt in diesem Teil fast nur die Rolle eines Statisten, in Petra, wo der Mord stattfindet, ist er nicht einmal zugegen - im zweiten Teil nun, zurück in Jerusalem wird der Mord aufgeklärt. 
Was so besonders ist an Christie Mysteries - Der Leser hat immer die exakt selben Informationen wie Poirot, nichts wird zurückgehalten und doch - und obwohl Poirot die Auflösung so logisch ausbreitet, wäre ich nie auf die Lösung gekommen. Die letzten Seiten hab ich gar nicht schnell genug lesen können, so unbedingt wollte ich wissen was passiert war.

Mrs Boynton, das Mordopfer ist eine tyrannische, manipulative Frau, die ihre Familie in Isolation, Apathie und beginnenden Wahnsinn treibt (es hat mir ganz und gar nicht leid getan um sie) und der psychologische Aspekt, die Dynamik der Familie Boynton, obgleich natürlich schlimm und beim ersten und vielleicht auch noch beim zweiten und ditten lesen, auch noch interessant. Das wäre mein einziger kleiner Kritikpunkt - das ganze Psychologiegewäsch. Beim zehnten Mal war es nicht mehr ganz so interessant. ^^



4 von 5 Sterne




Dienstag, 22. Januar 2019

[Rezension] Jenny Han - P.S.: I still love you




Kurzinfos:

Titel: P.S. I still love you (Boys Trilogie #2)
Autorin: Jenny Han
erschienen im: Carl Hanser Verlag GmbH & Co
Seiten: 336 Seiten
Broschierte Ausgabe
Preis (Stand 01/19): 16,00€ zum Beispiel bei amazon



Klappentext:

Die 16-jährige Lara Jean hatte nie ernsthaft vor, sich in den gut aussehenden Peter zu verlieben. Ihre Beziehung sollte nur vorgetäuscht sein, um seine Exfreundin eifersüchtig zu machen. Aber dann werden die beiden tatsächlich ein Paar? –? auf einer Skifreizeit der Schule küssen sie sich überraschend. Dass sie zusammen im Whirlpool gefilmt werden: peinlich. Dass das Video plötzlich in der ganzen Schule kursiert: ein Desaster. Und dass sich John auf Laras letzten Liebesbrief meldet, macht das Chaos perfekt – denn kann man in zwei Jungen gleichzeitig verliebt sein? Die charmante Fortsetzung des Bestsellers "To all the boys I’ve loved before" ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden, die Liebe und den Liebeskummer.



Meine Meinung:

Ich hab das Buch nur gelesen, weil ich autistische Veranlagungen habe wenn es ums lesen geht. Angefangene Reihen unfertig zurücklassen? Da juckt es mich am ganzen Körper. Also hab ich Teil 2 auch noch gelesen. Mei was soll ich sagen? Ich musste mich grad kurz nochmal reinlesen, weil ich nach einer Woche schon wieder vergessen hab worum es ging. Ich mochte Teil eins schon nicht besonders, aber Teil zwei ist nochmal eine Stufe nichtssagender (ein Wort dass sich eigentlich nicht logisch steigern lässt, aber ich mach das jetzt einfach trotzdem. Immerhin ist das meine Rezension, da kann ich machen was ich will!). 300 Seiten und alles was passiert ist: 

(Spoiler Alarm)Lara Jean und Peter kommen zusammen. Peter ist noch mit seiner Exfreundin befreundet. Lara Jean trennt sich. Lara Jean verbringt Zeit mit John Ambrose. Peter liebt Lara Jean immer noch. Lara Jean liebt Peter immer noch. Lara Jean und Peter kommen zusammen. Happy End, es regnet rote Rosen. (Spoiler Alarm Ende)

Es hat mich so gelangweilt. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Kitsch (mein Bücherregal spricht da eine sehr deutliche Sprache), je kitschiger desto großartiger, aber das hier war einfach nur zum Haare raufen. Ich habe genau wie im Teil eins keine Charakterentwicklung bei Lara Jean entdecken können, sie ist nur 16 Jahre alt und schon so voller Pathos, sie nimmt alles viel zu wichtig, beschreibt ihre Emotionen übermäßig, eine richtige kleine Freakshow. 
Peter mochte ich im ersten Band noch ganz gerne, aber hier hat er doch wieder Punkte verloren. Mag sein er ist erst 16, aber er behandelt seine Freundin wie Dreck, ganz ehrlich, wäre ich Lara Jean, ich wäre sofort mit John Ambrose weggelaufen. Nicht zu fassen.

Den dritten Teil spare ich mir mal noch ein wenig auf, den jetzt gleich noch hinterher zu lesen wäre wohl zu viel des guten, obwohl ich wirklich nicht weiß, wie es noch schlimmer kommen könnte.



1 von 5 Sterne




Sonntag, 20. Januar 2019

[Rezension] Chester Peace - End of time



Kurzinfos:

Titel: End of time
Autor: Chester Peace
erschienen im: Selfpublished
Seiten: 361 Seiten
Taschenbuch
Preis (Stand 01/19): 11,11€ zum Beispiel bei amazon



Klappentext:

After the world ends in a storm, Sashua is transported to a land of fog and memory where life and death no longer mean anything. When he learns that the love of his life is here as well, he sets out to find the one thing that truly matters to him and take care of his unfinished business. Plagued by visions of a black-robed stranger in a top hat and accompanied by other lost souls whom he feels driven to lead and rescue, Sashua needs to endure the crushing weight of his recollections and withstand dangers in an alien world without time.



Meine Meinung:

Since I just finished this book which was written in english - it only makes sense to write this review in english as well. After all - my inner language is still set to english. Be gentle with me though, it has been quite a bit, since I last wrote an entire text in english xD
Very well, onto medias res - I published a picture on instagram showing some books by Stephen King  a little while ago and I was rambling on and on about how I am the biggest chicken when it comes to horror. Seriously, I get frightened oh so easily. Mr Peace then, the author of the soon to be reviewed book shot me a message in respond to this picture and he asked if I was interested in reading his book. I guess he sort of wanted to convince me that horror books are not that bad after all, and since he was such a lovely person I womaned up and read End of time. 

What can I say? I did not dislike it. Much to my surprise.

I did like that the horror aspect in this book was not a straight punch into your face, that it was very sublte, but constantly growing throughout the plot. It was a perfect crescendo, building up suspension up until the end (which btw was a complete surprise for me at the time - although in retrospection it was the only logical end to it).
I had some problems finding my way into the story at first, I can't really put my finger on why that was, maybe because it was so unlike everything I normally read, but once I allowed the story to get me - it got me and the largest amount of my read was done in one sitting.
I liked the writing style, you can tell that the author is rather smart and intelligent, and even for a non-native speaker as myself, it was an easy, quick read.
So in the end I am happy I gave End of time a chance. As I said, it was nothing like I normally read, but it was definitley an enoyable story, no book I would read again - but a book I would certainly recommend to anybody who enjoys the genre, I think I would even recommend it to people like me :-)

=|:-}


3 von 5 Sternen

Freitag, 18. Januar 2019

[Rezension] Christopher Paolini - Die Gabel, die Hexe und der Wurm




Kurzinfos:

Titel: Die Gabel, die Hexe und der Wurm (Geschichten aus Alagaësia #1)
Autor: Christopher Paolini
erschienen im: cbj Verlag
Seiten: 304 Seiten
gebundene Ausgabe
Preis (Stand 01/19): 18,00€ zum Beispiel bei amazon


Klappentext:

Ein Wanderer und ein verfluchtes Kind. Zaubersprüche und Magie. Und natürlich Drachen. 
Willkommen zurück in Eragons Welt!

Es ist ein Jahr her, dass Eragon aus Alagaësia aufgebrochen ist auf der Suche nach dem geeigneten Ort, um eine neue Generation Drachenreiter auszubilden. Jetzt kämpft er mit unendlich vielen Aufgaben: Er muss einen riesigen Drachenhorst bauen, Dracheneier bewachen und mit kriegerischen Urgals, stolzen Elfen und eigensinnigen Zwergen zurechtkommen. Doch da eröffnen ihm eine Vision der Eldunarí, unerwartete Besucher und eine spannende Legende der Urgals neue Perspektiven.

Dieser Band enthält drei neue Geschichten aus Alagaësia und führt Eragon an den Beginn eines neuen Abenteuers. Außerdem enthüllt das Buch Auszüge aus der Biografie der unvergesslichen Kräuterhexe und Weissagerin Angela … geschrieben von Angela Paolini, der Schwester des Autors, die ihn zu dieser Figur inspiriert hat. 


Meine Meinung:

Eragon. Ich muss sagen, Eragon ist vermutlich meine liebste Fantasy Reihe neben Harry Potter. Der Drachenreiter hat mich durch meine Schulzeit begleitet, ich habe mit Solembum, Nasuada und Angela so manche Nacht mit der Taschenlampe unter der Bettdecke verbracht und Arya war die erste Frau, neben meiner Mama, die ich so richtig bewunderte. Eragon war immer da für mich und ich habe die Reihe mehr als hin und wieder mal aus dem Regal genommen um die Figuren zu besuchen, die über die Jahre Freunde geworden sind. Eragon ist Liebe.
Daher war ich verständlicherweise mehr als nur aus dem Häuschen, als der cbj Verlag Zuwachs zur Ergaon-Geschichte verlauten ließ. Ohne Witz, ich bin sicher eine halbe Stunde hoch und runter gehüpft und als der Postbote dann den heiß ersehnten Schatz endlich brachte, hab ich alles stehn und liegenlassen und hab das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Meine Uniskripte haben böse geschaut, aber das war mir dann auch wurscht.
Nach zweieinhalb Stunden war es dann auch wieder vorüber. Kurzer Lesespaß.
Zuerst mal, obwohl es im Klappentext ja schon steht, hier nochmal ganz klar die Info - das ist kein Roman, keine epische Geschichte, wie man sie von Paolinis früheren Eragon-Werken gewohnt ist. Es sind drei kleine Geschichten, unterteilt in jeweils drei Kapitel, mit einer handlungsarmen Rahmenhandlung, die von Eragon handelt, ein Jahr nach seinem Sieg über Galbatorix. 
Ich mochte die erste Geschichte, die Gabel, in der wir Murtagh kurz besuchen. Ich mochte Murtagh immer, von daher war es nett zu hören wie es ihm so geht. 
Die zweite Geschichte, die Hexe: ohne große Überraschung geht es hier um Angela, die Eragon ihre Memoiren präsentiert. Diese Geschichte wurde nicht von Christopher Paolini, sondern von seiner Schwester Angela geschrieben! Ich mochte ihren Schreibstil, sie hat definitiv Talent, aber ich habe nicht wirklich viel von der Kräuterhexe Angela in der Geschichte von Angela Paolini wiedergefunden, was ich schade fand, Angela ist eine von meinen liebsten Figuren in Alagaësia, deswegen hat mich das doch einigermaßen hart getroffen.
Am liebsten mochte ich allerdings die dritte Geschichte, die Geschichte vom Wurm, eine Urgal-Legende, die die Urgals Eragon am Lagerfeuer erzählen. Diese Geschichte nimmt die meisten Seiten des Buches in Anspruch und hat mich wirklich gefesselt. Hat mich selbst überrascht, aber so war es dennoch. 

Insgesamt ist "die Gabel, die Hexe und der Wurm" wenn man es als das nimmt was es ist, eine Kurzgeschichtensammlung nämlich, ein schöner kleiner Happen Alagaësia. Die perfekte Gelegenheit einfach mal wieder reinzuschauen und zu schauen, was unsere Helden aus der Eragon Reihe grade so machen und wie es ihnen geht. Ich bin schon gespannt auf weitere kleine Besuche, die vielleicht mit weiteren Bänden noch kommen werden.
Trotzdem. Kurzgeschichten sind für mich immer ein wenig unbefriedigend. Ich brauche das Epos, die Schlachten, die großen Gefühle in Fantasybüchern, was hier natürlich nicht gegeben war. Macht aber nichts, ich wollte die Eragon Bücher sowieso mal wieder lesen :-)




4 von 5 Sterne


Donnerstag, 10. Januar 2019

[Rezension] Jenny Han - To all the boys I've loved before




Kurzinfos:

Titel: To all the boys I've loved before (Boys Trilogie #1)
Autorin: Jenny Han
erschienen im: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Seiten: 352 Seiten
Broschierte Ausgabe
Preis (Stand 01/19): 16,00€ zum Beispiel bei amazon



Klappentext:

Lara Jeans Liebesleben verlief bisher eher unauffällig. Nicht, dass es ihr an Herz oder Fantasie mangelte. Im Gegenteil, Liebeskummer hatte sie schon oft, und unsterblich verliebt war sie auch schon. Einmal sogar in den Freund ihrer großen Schwester. Klar, dass sie das keinem anvertrauen kann. Außer ihrer Hutschachtel. Denn um sich ihrer Gefühle klar zu werden, schreibt Lara Jean jedes Mal einen Abschieds-Liebesbrief, in dem sie so richtig ihr Herz ausschüttet, und legt ihn dort hinein. Diese fünf Briefe sind ein streng gehütetes Geheimnis. Bis zu dem Tag, an dem auf mysteriöse Weise jeder Brief seinen Empfänger erreicht und Lara Jeans rein imaginäres Liebesleben völlig außer Kontrolle gerät …



Meine Meinung:

Ich weiß, alle Welt findet das Buch großartig und ach so wundervoll und zuckersüß, aber ich fands nur so "oke". 
Ich hab den Film auf Netflix gesehen, fand ihn niedlich und dadurch, dass ich auf Instagram ständig mit dem Buch konfrontiert wurde, hab ichs mir jetzt auch zu Gemüte geführt ^^
Naja. Ich muss sagen, die Geschichte an sich war süß. Der Schreibstil war angenehm und das ganze Buch hat sich leicht in unter 4 Stunden heruntergelesen.
Trotzdem - Die Geschichte war ein einziges amerikanisches Klischee. Mauerblümchen verliebt sich in Mr. Beliebt, Sex und Alkohol sind gleichbedeutend mit gesellschaftlichem Ruin und oh mein Gott, Peter hat in der siebten Klasse mal einen Spickzettel benutzt. Kill me now. 
Es kommt ganz selten vor, dass ich einen Film lieber mag als das Buch, aber To all the boys I've loved before ist genau so ein Fall. Ein netter Film - ein naja Buch. 
Lara Jean war mein größtes Problem - obwohl sie 16 Jahre alt ist kommt sie mir viel jünger vor, sie ist naiv, unreif und macht das ganze Buch über keine Entwicklung durch, sie bleibt immer die selbe und das ist vermutlich das anstrengendste an dem Buch. 
Übrigens - ich hab nach dem ersten Mal schon verstanden, dass du halb koreanisch/halb amerikanisch bist Lara Jean, kein Grund das eine Millionen Mal zu wiederholen. 
Der einzige Lichtblick in dem Buch war Peter, das war der einzige halbwegs realistisch dargestellte Mensch in diesem Buch. Er hat ein gutes Herz, aber versucht auch nicht etwas zu sein was er nicht ist. Er hat Unzulänglichkeiten, aber diese gepaart mit seinem jungenhaften Charme, machen ihn zu einem sehr liebenswerten Charakter. Danke Peter - du hast mir das Buch gerettet.
Ich werd die Reihe weiterlesen. Mal sehen ob meine Meinung noch herumgedreht werden kann.



2 von 5 Sterne




Dienstag, 8. Januar 2019

[Rezension] Marie-Sabine Roger - Das Labyrinth der Wörter




Kurzinfos:

Titel: Das Labyrinth der Wörter
Autorin: Marie-Sabine Roger
erschienen im: dtv Verlagsgesellschaft
Seiten: 272 Seiten
Taschenbuch
Preis (Stand 01/19): 9,00€ zum Beispiel bei amazon



Klappentext:

Mit Mitte 40 und ohne festen Job haust Germain in einem alten Wohnwagen, schnitzt Holzfiguren, baut Gemüse an und trifft sich ab und zu mit Annette – ob es Liebe ist, kann er jedoch nicht sagen, denn die hat er im Leben noch nie erfahren. Bis er eines Tages im Park die zierliche Margueritte kennen lernt, die dort, genau wie er, die Tauben zählt. Obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, sind die beiden bald ein Herz und eine Seele. Die lebenskluge alte Dame ist zudem eine passionierte Leserin, und als sie dem ungeschliffenen Hünen vorzulesen beginnt, eröffnet sich Germain eine völlig neue Welt.



Meine Meinung:

Hat mir gut gefallen. Das Labyrinth der Wörter ist eine kurze, leicht lesbare, leise Geschichte über Germain, der zugegebenermaßen nicht die hellste Kerze auf der Torte ist und die alte, sehr belesene Dame Margueritte, die Freunde werden. Germain hat es nicht immer leicht gehabt im Leben, ist nie gefördert worden, hat keine liebevolle Kindheit erlebt und begegnet mit Margueritte zum ersten Mal einer Person, die ihn annimmt wie er ist und die ihm mit Respekt begegnet. Es ist schön zu lesen, wie Germain über sich hinauswächst, anfängt zu lesen und wie sich Wissensdurst bei ihm bemerkbar macht. Margueritte ist einfach nur entzückend, wie sie sich alle Mühe gibt Germain das lesen schmackhaft zu machen. 
So wie ich das gelesen habe, war Das Labyrinth der Wörter vor allem ein Plädoyer für das Lesen, denn lesen ist für alle und es ist nie zu spät mal ein Buch in die Hand zu nehmen. Ich finde im Übrigen, das dieses Buch von jedem angehendem Lehrer gelesen werden sollte, die Verantwortung die man als solcher hat, ist vielen meiner Meinung nach einfach nicht klar genug.
Ich hab mich ein klein wenig darüber geärgert, dass Germain immer als beschränkt dagestellt wird, denn obwohl seine ildung vielleicht nicht die beste ist - seine Gedankengänge zeigen ganz klar, dass er intelligent ist. Außerdem war es mir auch ein winziges bisschen zu seicht, ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht, vor allem in den Szenen mit Margueritte. 
Insgesamt aber ein sehr charmantes Buch, das mir viel Spaß gemacht hat! Leseempfehlung!



4 von 5 Sternen

Sonntag, 6. Januar 2019

[Rezension] Peter Ackroyd - Queer London



Kurzinfos:

Titel: Queer London - Von der Antike bis heute
Autor: Peter Ackroyd
erschienen im: Penguin Verlag
Seiten: 272 Seiten
Hardcover
Preis (Stand 01/19): 24€ zum Beispiel bei amazon



Klappentext:

Londons größter lebender Chronist über die »gay history« seiner Stadt

Das römische Londinium war übersät mit »Wolfshöhlen«, Bordellen und heißen Bädern, in denen es hoch herging. Homosexualität galt als bewundernswert. Bis Kaiser Konstantin die Macht übernahm und mit seinen Mönchen und Missionaren für Ordnung sorgte. Zeiten der Toleranz wechselten mit Zeiten der Ächtung und Verfolgung. Heute gehört »queer London« zur britischen Hauptstadt wie Tower und Big Ben. Londons homosexuelle Szene ist die größte in Europa und eine der größten weltweit. Peter Ackroyd zeigt uns, wie seine Stadt sich diesen Platz erkämpft hat. Er zelebriert die Vielfältigkeit und Energie der Community, zeigt aber auch die Gefährdungen, denen sie zu allen Zeiten ausgesetzt war. »Ein absolut einzigartiges Leseerlebnis.« The Independent



Meine Meinung:

Mein erstes gelesenes Buch im neuen Jahr! Frohes neues euch übrigens noch!
Ich bin normalerweise nicht so der Sachbuchleser (obwohl ich mich dabei erwische, wie ich in letzter Zeit öfter mal eins lese) aber das hier hat mich echt angesprochen. Peter Ackroyd ist ja bekannter Stadtchronist von London und obwohl ich noch nie da war, hat London schon immer eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt (dieses Jahr will ich unbedingt hinfahren!). 
Queer London ist ein kurzer Abriss der Londoner Geschichte, beginnend von der Prä-Römischen Ära, über das Mittelalter bis in die Neuzeit. Unterteilt in 18 kurze Kapitel ist das Buch unglaublich informativ und sehr kurzweilig, Ackroyd hat eine sehr angenehme Erzählweise und er beschränkt sich nicht nur auf die queere Geschichte seiner Stadt, sondern bringt noch viel vom allgemeinen Flair der Stadt rüber. Und obwohl der Autor selbst homosexuell ist und sicherlich eine klare Meinung zum Geschehen und zu den teilweise recht drastischen Maßnahmen gegen Queere haben muss, bleibt seine Schilderung stets wertfrei und sehr objektiv, was ich sehr bewundernswert finde. Hätte ich so nicht gekonnt. 
Queer London ist kein dickes Buch, es sind nicht viele Seiten, aber trotzdem ist es vollgepackt mit Informationen, die sich teilweise nur schwer verdauen lassen. Besonders die kleinen Biografischen Abrisse queerer Persönlichkeiten haben mir besonders gut gefallen und ich bin sicher, dass es auch diese Menschen sind, die mir später noch im Gedächtnis bleiben werden.
Zusätzlich ist jedes Kapitel noch mit einer kleinen Grafik bebildert und auf hochwertigerem Papier finden sich an zwei Stellen noch Farbbilder inklusive kleiner Erläuterungen, was ich toll fand, Sachbücher leben durch visuelle Untermalungen.
Insgesamt ein informatives, gut rechercheriertes (Quellen sind im Buch hinterlegt) und interessant geschriebenes Buch über London und seine queere Geschichte. 
Sehr lesenswert.


5 von 5 Sterne

[Rezension] Hédi Fried - Fragen die mir zum Holocaust gestellt werden

Kurzinfos: Titel: Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden Autorin: Hédi Fried erschienen im: Dumont Verlag Seiten: 160 Seite...