Freitag, 13. Dezember 2019

[Rezension] Eoin Colfer - Die Fowl Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger



Kurzinfos:

Titel: Die Fowl Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger
Autor: Eoin Colfer
erschienen im: List Verlag
Seiten: 352 Seiten
Brochierte Ausgabe
Preis (Stand 12/19): 14,00€ zum Beispiel bei amazon


Klappentext:

Die Zwillinge Myles und Beckett Fowl führen ein sorgenfreies und etwas langweiliges Leben auf einer idyllischen irischen Insel. Der Rest der berühmt berüchtigten Familie Fowl ist abwesend, das elektronische Abwehrsystem Nanni beaufsichtigt die beiden. Die beiden Brüder könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Myles am liebsten geniale elektronische Geräte entwickelt, ist Beckett den ganzen Tag in der Natur und spricht mit Pflanzen und Tieren. Der alternde Bösewicht Lord Teddy Bleedham-Drye ist vom Jungsein besessen. Als er hört, dass es die Quelle der ewigen Jugend auf einer irischen Insel gibt, macht er sich auf den Weg dorthin. Doch er ahnt nicht, dass die Quelle von einem Troll bewacht wird und dass das Anwesen der Familie Fowl dort steht. Als Lord Teddy seinen Angriff startet, geraten Myles und Beckett in helle Aufregung. Endlich hat die Langeweile ein Ende, und sie können ihrem intelligenten, elektronischen Abwehrsystem zeigen, was in ihnen steckt.


Meine Meinung:

Wer erinnert sich noch an Artemis Fowl? Immerhin ist es bald 18 Jahre her seit der erste Teil der 8 Band starken Serie in Deutschland erschienen ist, Wahnsinn, oder? Ich hab die Bücher damals verschlungen und auch die Hörbücher, eingesprochen vom großartigen Rufus Beck hab ich geliebt! 
Mit dem ersten Band um die kleinen Brüder von Artemis fängt nun der zweite Zyklus der Fowl-Saga an und ich könnte nicht glücklicher sein! Kleine Seitennotitz für die Quereinsteiger - Man kann die Fowl Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger auch ohne Vorkenntnisse der vorherigen Bücher, allerdings ist es doch empfehlenswert. Es sind tolle Bücher.
Der Schreibstil ist wie von Eoin Colfer gewohnt, leicht und witzig, die Dialoge machen Spaß und ich musste mehr als nur einmal laut auflachen. 
Myles und Beckett sind großartig, obwohl Beckett ganz klar der tollste überhaupt ist, er mag der IQ-technisch weniger begabte Zwilling, aber er ist ein Macher, hat grenzenloses Vertrauen in seinen Bruder und es ist schön, wie er mit Tieren und vor allem auch mit Whistleblower umgeht. Ich hab mich auch über Teddy sehr amüsiert, ich bin ganz gespannt was wir von dem noch zu erwarten haben. 
Ich hab Butler vermisst. Ein Fowl-Roman ohne Butler ist irgendwie nur halb so gut. NANNI war da, klar, aber trotzdem. Mimimi.
Zum Cover muss ich noch ganz kurz zwei Sätze verlieren; ich find es schade, dass vom Design der Ursprungsreihe angewichen wurde, ich mochte das Design supergerne, allerdings wollte man wohl einen Break zwischen den Reihen. 

Insgesamt ist Die Fowl Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger ein sehr temporeicher, witziger Roman mit jeder Menge Anspielungen auf die Artemis Fowl-Reihe, inklusive alter Bekannter. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht mal wieder in die Fantasie von Eoin Colfer abzutauchen und freu mich jetzt schon auf Band 2. 


4 von 5 Sternen

Sonntag, 10. November 2019

[Rezension] Charlie Lovett - Jane Austens Geheimnis



Kurzinfos:

Titel: Jane Austens Geheimnis
Autor: Charlie Lovett
erschienen im: Goldmann Verlag
Seiten: 416 Seiten
Taschenbuch
Preis (Stand 11/19): ab 1,85€ (gebraucht) zum Beispiel bei amazon


Klappentext:

Sophie Collingwood liebt Bücher, vor allem die von Jane Austen. Ihrer Leidenschaft kann sie auch beruflich nachgehen: als Angestellte in einem Londoner Antiquariat. Dort versucht sie für ihre Kunden noch die obskursten Werke aufzutreiben – wie beispielsweise „Ein kleines Buch allegorischer Geschichten". Für diese Sammlung erbaulicher Erzählungen aus dem Jahr 1796 gibt es gleich zwei Interessenten. Was Sophie nicht ahnt: Das schmale Bändchen birgt den Schlüssel zu einem Geheimnis um Jane Austens Meisterwerk “Stolz und Vorurteil”. Und plötzlich wird aus der Suche nach einem vergessenen Buch ein höchst gefährliches Abenteuer … Ein bezaubernder Roman um alte Bücher, junge Liebe und den Charme von Jane Austen! 


Meine Meinung:

"Ein gutes Buch ist wie ein guter Freund. Es wird dich für den Rest deines Lebens begleiten. Am Anfang wird es spannend und abenteuerlich sein, und Jahre später wird es zu etwas Tröstlichem, Vertrautem werden." S. 45

Ich bin ein großer Austenfan, vor allem natürlich ein Fan von Stolz und Vorurteil und da hat mich der Titel dieses Buches verständlicherweise sofort angesprungen.
Ich mochte "Jane Austens Geheimnis". Viele Aspekte daran fand ich sogar ganz wunderbar. 
Zunächst einmal - im Klappentext wird es ja schon angesprochen, erzählt das Buch eine wunderschöne Geschichte über Sophies Liebe zu Büchern. Wir lernen ihren Onkel Bertram kennen, der Sophie mit Büchern vertraut macht und ihr die Wunder, die zwischen zwei Buchdeckeln stecken können, näher bringt. Ich hab mich hier sehr angesprochen gefühlt, denn nennen wir das Kind beim Namen - Ich bin eine Buchaholikerin. 
Der zweite Aspekt, den ich mochte, war natürlich der Austen-Aspekt. Das Buch funktioniert auf zwei Erzählebenen, denn während wir in der einen Hälfte des Buches Sophie auf ihren Abentuern begleiten, dürfen wir in der anderen Hälfte Jane Austen kennenlernen, ein bisschen ihren Schreibprozess nachvollziehen und erfahren über ihre (fiktive) Freundschaft zu dem bedeutend älteren Reverend Mansfield. Das Buch ebenjenem Mansfield ist später in der Gegenwart von Sophie von großer Bedeutung.
Ich mag Geschichten, die in zwei verschiedenen Zeiten stattfinden, ich find es immer wieder spannend und schön, wie die zwei Erzählstränge zusammenfinden und das ist hier, wie ich finde sehr schön gelungen.

Ich bin nicht 100% zufrieden mit dem Buch muss ich sagen, leider fand ich Sophie größtenteils ziemlich unsympathisch. Sie hat eine seltsame Einstellung zu Männern ("Hey Winston, ich liebe dich zwar nicht und eigentlich glaube ich dass ich in Eric verliebt bin, aber du bist groß, stark und gut im Bett, deswegen darfst du noch ein bisschen bleiben"), trifft für mich nicht nachvollziehbare Entscheidungen ("Das Buch ist zu teuer, och, klauen wir es doch einfach mal kurz") und diese leicht snarky/überhebliche Einstellungen anderen Leuten gegenüber, die sie für weniger belesen hält gehen mir leicht auf die Nerven. Aber gut, die wenigsten Bücher sind perfekt und dieses war trotz Sophie ein schönes Buch das ich weiterempfehlen würde.


3,5 von 5 Sternen

Dienstag, 29. Oktober 2019

[Rezension] Annette Curtis Klause - Blood & Chocolate



Kurzinfos:

Titel: Blood & Chocolate
Autorin: Annette Curtis Klause
erschienen bei: Heyne fliegt
Seiten: 336 Seiten
gebundene Ausgabe
Preis (Stand 10/19): ab 0,78€ (gebraucht) bei amazon


Klappentext:

Kannst Du mich lieben, so wie ich bin? Für die sechzehnjährige Vivian ist diese Frage mehr als ein Spiel. Denn das schöne und mutige Mädchen verbirgt ein Geheimnis: Nachts verwandelt sie sich in einen Wolf. Vivian liebt das wilde Streifen durch die mondbeschienenen Wälder Marylands, sie ist gern Teil ihres Wolfsrudels. Doch wie gefährlich dieses Anderssein ist, erfährt sie, als ihr Vater von aufgebrachten Menschen getötet wird und das Rudel fortan ohne Anführer ist. Während sich eine Gruppe von fünf jungen Männern, unberechenbar in ihrer Lust nach Blut, um Vivian bemühen, zieht es ihr Herz immer stärker zu ihrer menschlichen Seite. Eines Tages findet sie in ihrer Highschool ein Gedicht über Wölfe. Tief berührt von der Schönheit der Worte, macht Vivian den Verfasser der Zeilen ausfindig. Es ist Aiden, einer ihrer Mitschüler. Zwischen beiden entspinnt sich eine tiefe Liebe, doch als der sensible Aiden ihr wahres Wesen erkennt, scheint alles verloren. Kann er seine Furcht überwinden? Und kann Vivian die Wölfe ihres Rudels in Schach halten?


Meine Meinung:

Ich bin mir noch nicht so ganz sicher wie ich meine Rezension anfangen soll. Selsames Buch. Ich bin nicht mal ganz eins mit mir, ob ich es jetzt komplett mochte, oder komplett bescheuert fand. Seltsam. Liegt vermutlich mit auch daran, dass ich zuerst den Film gesehen habe, den Film großartig fand und jetzt mit dem Buch, das so ganz anders ist (und ich meine nicht, paar Szenen wurden umgeschrieben, im Kern noch das selbe - nein, es ist wirklich komplett anders, gerade so, dass man die Charaktere von weitem mit zusammengekniffenen Augen noch vermeintlich wieder erkennt) ein bisschen überfordert war.
Das ist, als ob man eine Apfeltasche in die Hand bekommt, in den Grundfesten davon überzeugt ist gleich den leckeren Geschmack von süßen Äpfeln im Mund zu spüren und dann beißt man rein und es ist eine Spinattasche. Jetzt versteht mich nicht falsch, ich liebe Spinat, aber es ist eben nicht ganz das was man erwartet hat. 

Naja, bevor ich mich noch weiter in konfuse Analogien verrenne - ein bisschen Kontext:

Vivian ist eine loup-garoux, ein Wechselwesen, das sind von Zeit zu Zeit in einen Wolf verwandeln kann. Sie lebt in einem Rudel mit Wesen ihrer Art und hat eine ganz und gar animalische, wilde Seite an sich. Sie ist 16 Jahre alt, ein Teenager und hadert massiv mit ihrer Familie. Ihr Vater ist in einem Brand ums Leben gekommen, für den sie sich verantwortlich fühlt, ihre Mutter schäckert ungeniert mit Männern rum, die halb so alt sind wie sie selbst und von den anderen Jungs in ihrem Alter wird sie praktisch nur als "Weibchen" angesehen. 
Sie wendet sich also mehr den anderen Menschen zu und verliebt sich in den Mitschüler Aiden. Soweit so vorhersehbar. Die Beziehung mit Aiden ist auf ganzer Linie frustrierend, sie kommen einfach nicht zu Potte und am Schluss war sogar ich sexuell frustriert und ich hab nur mitgelesen. :P 
An dem Punkt geht die Handlung dann einen Weg, den ich ich nie vorrausgeahnt hätte - Was fällt dir ein nicht die vordefinierten Wege eines YA Fantasyromans zu nehmen! Alles wird auf den Kopf gestellt, verrückt, und ich frage michob das Buch auf einer tieferen Ebene nicht vielleicht ein falsches Bild von "wir" und "die anderen" vermittelt, oder ob ich da schon wieder zu viel hineininterpretiere.

Ich mochte Vivian nicht, sie ist zu stolz, zu eitel, zu selbstsüchtig. Ihre Mutter ist ein Totalausfall, die gleichaltrigen Jungs "die fünf" sind unerträgliche Machos, emanzipierten Frauenrechtlerinnen würd ich das Buch nicht empfehlen. Am interessantesten war noch Gabriel, der junge Anführer des Rudels (ja, genau der mit dem die Mama rumgeschäckert hat *kotz*), er hat sich als ganz anders herausgestellt, als ich das dachte anfangs, aber wie gesagt, am Ende war alles ganz ganz ganz anders, als ich mir das je gedacht hätte.

Insgesamt eine leichte Lektüre, sprachlich einwandfrei, fragwürdige Passagen voller Machismo, Frauenverachtung, übersexualisierten Teenagern, eventuell unglücklicher Schwingungen zum Thema Rassismus (denn das ist es letztlich - Rassismus), aber mal was anderes. Das Grundthema mag ich eigentlich, obwohl ich den Film (und wer hätte gedacht, dass ich das jemals sagen würde - ) besser fand.


2 von 5 Sternen

[Rezension] Stephen Fry - Geschichte machen



Kurzinfos:

Titel: Geschichte machen
Autor: Stephen Fry
erschienen im: Aufbau Verlag
Seiten: 497 Seiten
Taschenbuchausgabe
Preis (Stand: 10/19): 15€ zum Beispiel bei amazon


Klappentext:

Was wäre geschehen, wenn Hitler nie gelebt hätte? Diese Frage treibt den jungen Cambridge-Historiker Michael Young und den Physik-Professor Leo Zuckermann um. Beide träumen davon, den Holocaust ungeschehen zu machen. Auf wunderbare Weise schaffen sie den Zeitsprung nach Braunau ins Jahr 1888. Bleibt der Menschheitsgeschichte ihr finsterstes Kapitel erspart? 


Meine Meinung:

Was wäre wenn Hitler niemals gelebt hätte? Mit der Beantwortung dieser Frage beschäftigen sich der junge Geschichtsdoktorand Michael und der schon etwas ältere Physikprofessor Leo, denn offensichtlich wäre die Welt doch auf jeden Fall eine bessere, wenn es den bärtigen Psychopathen aus Braunau am Inn niemals gegeben hätte, oder?
Zunächst mal ist zu sagen - ich liebe Stephen Fry. Heiß und innig. Und ich hab mich gefreut so viel von ihm in diesem Buch zu entdecken. "Geschichte machen" ist zudem soweit ich das beurteilen kann, sehr sorfältig recherchiert, der Zeitstrahl der alternativen Welt ist sehr konsequent durchdacht und es macht einfach Spaß das Buch zu lesen, weil man merkt, derjenige der hier schreibt, hat auch was im Kopf (nicht unbedingt gegeben in vielen Fällen, leider).
Es gab ein paar kleine Dinge, die mich minimal gestört haben, beispielsweise waren die Charaktere ein bisschen zu oberflächlich angelegt, ich meine hier vor allem Michael, Leo und auch Glodner, vor allem vom Alternativdiktator gabs für mich viel zu wenig onscreen-time.
Ich fand auch die Proportionen von der Erzählzeit nicht optimal. Am Anfang wars mir zu ausführlich, am Ende hatte ich noch so viele Fragen, da wars mir dann zu wenig ausführlich. Die Alternativzeit war spannend und es wäre schön gewesen, noch mehr darüber zu erfahren (etwa warum es unter Strafe verboten ist schwul zu sein und warum es immernoch so viele rassistische Tendenzen gibt).
Aber insgesamt kann ich mich gar nicht beschweren, das Buch ist absolut nicht vorherzusehen, der Plot springt mal hierhin mal dorthin und alles was man tun kann ist mit offenem Mund hinterherzuschauen und sich dann zu beeilen hinterherzukommen. 
Großartiges Buch.


5 von 5 Sternen

Freitag, 25. Oktober 2019

[Rezension] Kira Licht - Lovely Curse - Erbin der Finsternis



Kurzinfos:

Titel: Lovely Curse - Erbin der Dunkelheit (Lovely Curse #1)
Autorin: Kira Licht
erschienen im: Ravensburger Verlag
Seiten: 416 Seiten
brochierte Ausgabe
Preis (Stand: 10/19): 14,99€ zum Beispiel bei amazon


Klappentext:

Arias Welt bricht zusammen, als ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen und sie zu ihrer Tante in die texanische Provinz ziehen muss. Die neuen Mitschüler an der Highschool lassen die rebellische Aria auflaufen. Doch der charmante Simon scheint ein Auge auf sie geworfen zu haben und der tägliche Schlagabtausch mit Bad Boy Dean wird zur willkommenen Abwechslung – bis Aria eines Morgens mit weißblonden Haaren aufwacht. Und sie ist nicht die einzige, die sich über Nacht verändert. Denn eine uralte Prophezeiung entfaltet ihre Wirkung: Das Ende der Welt naht und Aria ist die erste von vier Todesboten. 



Meine Meinung:

Die 16-jährige Aria zieht, nachdem ihre Eltern bei einem Autounfall verunglückt sind, zu ihrer Tante in eine texanische Kleinstadt. Offensichtlich ist der Transit schwer für sie und in der Schule tut sie sich schwer Anschluss zu finden, ohne mir ersichtlichen Grund hasst die gesamte Schule sie trietzt sie konstant. Nur der nette Simon und der Bad-Boy Dean interessieren sich für sie.

Soweit (gefühlt) die Mainstory. Insgesamt ziemlich beliebig, so zu finden in dutzenden YA-Romanen, trotzdem eine nette Story, schöner Schreibstil und kleine Details, wie zum Beispiel, dass Aria leidenschaftlich gerne Duftkerzen gießt, machen den Plot wieder etwas mehr zu etwas besonderem. Die Nebencharaktere sind für mich logisch angelegt und haben alle ihre Schichten, ihre Ecken und Kanten und ihre Geheimnisse, vor allem Noemi, die ehemalige Queen des Schulhofs und Arias Mobberin der ersten Stunde hat eine tolle Entwicklung durchgemacht, für mich viel interessanter als Aria.

Achja, fast vergessen - Das Buch fällt ja eigentlich ins Fantasy-Genre - das kann man leicht mal vergessen, weil die Fantasy-Elemente tatsächlich eher rar gestreut sind - hier mal eine neue Haarfarbe, da mal ein Gewitter und ein paar überdimensionierte Raben, die Aria und ihre Freunde angreifen. Darüber hinaus? Naja.. Es scheint als hätte sich die Autorin sämtliches was das Fantasy-Genre ausmacht auf Teil 2 rationiert, das Ende von Teil 1 lässt das so ein bisschen hoffen, trotzdem wars mir, als bekennendem Fantasy-Fan einfach zu wenig. Klappentext und Cover lassen so viel erhoffen und alles was dann kommt ist eine Highschool-Liebesdreieck-Geschichte. Die zwar gut geschrieben und unterhaltsam ist, aber eben nicht das, worauf ich mich gefreut hab.

Wäre zu überlegen gewesen aus der Dilogie einen Stand-Alone zu machen, hier und da die Banalitäten rauszukürzen und dafür aber mehr Action und mehr Tempo reinzunehmen. Hätte vermutlich besser gepasst. Aber wer schreibt heutzutage noch Stand-Alones? *soifz*

Insgesamt aber ein okayes (jawohl das ist ein Wort!) Buch. Der Schreibstil war flüssig und bildhaft, ich mochte die tausend Anspielungen auf die heutige Popkultur (obwohl ich fürchte, dass das Buch so schlecht altern wird), die Charaktere waren schlüssig und die Geschichte war, obgleich größtenteils banal, trotzdem schön zu lesen.
Die Fantasyelemente, wenn auch zu dünn gesät haben mir gut gefallen, die ganze Idee mit den apokalyptischen Reitern ist neu und fand ich richtig interessant. Ich hoffe Teil 2 nimmt da etwas mehr an Fahrt auf.

3 von 5 Sterne

Dienstag, 22. Oktober 2019

[Rezension] Tasty - Das Original Sweets



Kurzinfos:

Titel: Tasty Das Original Sweets - Köstliche Kuchen, Tartes & Desserts
Autor: Buzzfeed Inc.
erschienen im: Südwest Verlag
Seiten: 192 Seiten
broschierte Ausgabe
Preis (Stand 10/19): 17,00€ zum Beispiel bei amazon


Klappentext:

Ade, Fertigbackmischung – hallo, selbstgemachte Süß- und Nachspeisen-Sensationen! Das ist erklärte Mission des dritten TASTY-Titels. Mit einführenden Back-Basics und mehr als 75 traumhaften Rezepten in bewährter Schritt-für-Schritt-Anleitung, ist das Buch sowohl für routinierte Backfeen als auch für Neulinge an Schüssel und Rührgerät eine Offenbarung! Von Cookies und Kuchen über Tartes und Torten bis Pudding Parfaits zum Dessert - Tasty macht Mut und Lust sofort den Schneebesen zu schwingen. Egal, ob weich und fluffig, cremig und sahnig, saftig und fruchtig oder knusprig – hier wird wirklich jeder Nachspeisenwunsch erfüllt. Wir sagen nur: Creme Brûlée Cookies, Double Chocolate Mousse Tarte und Matcha Macarons! 


Meine Meinung:

Tasty hat sein drittes Kochbuch auf den Markt gebracht! Nachdem die kleinen Kochvideos, mit denen Buzzfeed schon seit Jahren Menschen auf der ganzen Welt dazu bringt Kekse zu zerbröseln um sie dann als Kuchenboden zu nutzen, kann man dies jetzt endlich auch nach Rezept aus einem richtigen Rezeptbuch machen! 
Auf 192 Seiten befindet sich neben den wirklich vielen Rezepten auch eine umfangreiche Einleitung mit vielen Tricks, Tipps und Infos zu den verschiedenen Zutaten und Backutensilien, die der angehende Bäcker eventuell brauchen wird.
Die Gestaltung des Buches ist wirklich schön gelungen, die Bilder die drin sind sind toll und ansprechend, besonders zu erwähnen sind die Step-by-Step-Anleitungen, die hin und wieder einmal zu finden sind, besonders für Back-Neulinge ist das sehr anschaulich. Obwohl die Bilder allesamt wunderschön sind, sind es mir insgesamt aber zu wenig Bilder. Viele Rezepte stehen ohne Bild da, und Bilder sind für mich einfach essentiell wenn es um Kochbücher geht.
Die Rezepte selber sind abwechslungsreich und gut erklärt, besonders toll finde ich die Basisrezepte, zum Beispiel für Brownies, Pies und Käsekuchen, das sind auch die Rezepte, die ich als erstes erfolgreich ausprobiert habe.
Zu den Rezepten muss man aber dazusagen - man merkt, dass die Rezepte aus den USA kommen viele Zutaten, wie zum Beispiel die omnipräsenten Graham Cracker, crème double oder Maissirup sind halt einfach nichts was sich hier einfach finden lässt. Wenn man also ein Rezeptbuch in Deutschland rausbringt, sollte man schon Rezepte benutzen, die man hier auch einfach nachkochen kann. Das ist so ein bisschen ein negativer Punkt.
Trotzdem - ein schön gestaltetes Kochbuch, das auch besonders für Anfänger geeignet ist. Wenn man Kekskrümel als Tortenboden mag ist das Buch perfekt :D


3,5 von 5 Sterne

Montag, 14. Oktober 2019

[Rezension] Roxane Gay - Hunger


Kurzinfos:



Titel: Hunger
Autorin: Roxane Gay
erschienen im: btb Verlag
Seiten: 320 Seiten
Hardcover
Preis (Stand 10/19): 22,00 €


Klappentext:

Sie schreibt die Geschichte ihres Hungers. Sie schreibt die Geschichte ihres Körpers. Es ist keine Geschichte des Triumphs. Es ist die eines Lebens, das in zwei Hälften geteilt ist. Es gibt das Vorher und das Nachher. Bevor sie zunahm und danach. Bevor sie vergewaltigt wurde und danach. Roxane Gay, eine der brillantesten, klügsten und aufregendsten weiblichen Stimmen der USA, erzählt eine Geschichte, die so noch nie geschrieben wurde: schonungslos offen, verstörend ehrlich und entwaffnend zart spricht sie über ihren »wilden und undisziplinierten« Körper, über Schmerz und Angst, über zwanghaftes Verlangen, zerstörende Verleugnung und Scham.



Meine Meinung:

Roxane Gay hat ein neues Buch geschrieben. Nach dem Bestseller „Bad Feminist“ sind nun auch ihre Memoiren „Hunger“ in der deutschen Übersetzung erschienen.

„Hunger“ beschreibt Gays Kampf mit sich selbst und ihrem Körper nach einer Vergewaltigung in jungen Jahren. Um sich vor weiteren Übergriffen zu schützen und um die Wunden der Vergewaltigung zu schließen, isst sie immer mehr. Irgendwann werden die seelischen Schmerzen der Vergewaltigung abgelöst durch seelische Schmerzen, die aus einer Umwelt kommen, die nicht umgehen kann mit nicht normschönen Körpern.

So wichtig ich das Thema allerdings finde, so unbefriedigt hat mich das Buch letzten Endes zurückgelassen.

Die Autorin beschreibt lang und breit, wie sie zu der Einstellung ihres Körpers kam, die sie heute hat. Und ich möchte ihr die Erfahrungen, die Erniedrigungen, das daraus resultierende Selbstwertgefühl nicht absprechen. Für mich allerdings war das Buch ein weiterer Stein, der einer Frau auf dem Weg zu einem gesunden Gefühl zu ihrem Körper in den Weg gelegt wurde. Das Buch erzählte mir nichts neues, was ich als Frau nicht schon zig mal gehört habe (die persönliche Geschichte der Autorin mal abgesehen) - Körper von Frauen werden zu Gegenständen, Werbung und Reality-TV-Formate unterstützen das, Frauen haben sich dem gesellschaftlichen Druck zu beugen oder sind schlichtweg nicht diszipliniert genug. Mir hat es tatsächlich teilweise mein schlechtes Gewissen eher sogar noch unterstützend wieder unter die Nase gerieben als dagegen angekämpft. 

Leider verliert sich das Buch auch in oberflächlichen Erzählungen und Wiederholungen. Des öfteren hatte ich das Gefühl, dass die Autorin erzählen möchte über das, was ihr geschehen ist, aber letzten Endes das ganze doch nicht in Worte packen konnte. Stellenweise macht es den Anschein, als ob das Schreiben des Buchs ein Therapieersatz oder zumindest ein Ansatz dahin sein soll. Aus literarischer Sicht konnte mich das Buch aber (oder gerade deshalb) nicht in seinen Bann ziehen. 

Das Buch sollte gelesen werden von jedeM (und hier verwende ich bewusst das Maskulinum), der denkt, Körpermaße seien rein eine Sache der Einstellung. Denn wahr ist, dass wir über Frauen übergestülpte Körperideale, daraus resultierende Stereotype und den gesellschaftlichen Umgang damit sprechen müssen. Frauen, die diese Gedanken schon jetzt überheblich teilen, empfehle ich das Buch nicht. Aus Selbstschutz. Ich befürchte, das Buch kann dazu beitragen, genau diese Einstellung noch zu unterstützen. Und die möchte ich persönlich von anderen nicht hören; ich habe hart mit mir gekämpft, um mir das nicht zu persönlich zu nehmen. Ich möchte mich nicht in die Höhle des Löwen begeben. Für alle anderen Frauen, in welchem Struggle auch immer sie sich befinden... nun ja, für diese Frauen wird das Buch nicht vieles liefern, was sie nicht schon zigmal gehört haben, gegen das wir uns seit Jahren und Jahrzehnten wehren und von dem wir aufpassen müssen, vor lauter “gegen die Mühlen anlaufen” nicht müde davon zu werden und aufzuhören. Für mich ist das Buch nämlich manchmal fast ein Manifest genau dafür...




2 von 5 Sternen

[Rezension] Eoin Colfer - Die Fowl Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger

Kurzinfos: Titel: Die Fowl Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger Autor: Eoin Colfer erschienen im: List Verlag Seiten: 352 Sei...