Freitag, 7. Februar 2020

[Rezension] Andreas Michels - Esariel

Kurzinfos:

Titel: Esariel
Autor: Andreas Michels
erschienen im: Gegenstromschwimmer Verlag
Seiten: 355 Seiten
Taschenbuch
Preis (Stand 02/20): 14,99€ direkt beim Verlag


Klappentext:

Wer auch immer Michael Schwarz als Personenschützer anheuert, hat das große Los gezogen! Denn Esariel, wie er wirklich heißt, ist ein wahrhaftiger Schutzengel. Angewidert vom endlosen Krieg der Himmlischen, hat er sich schon vor Jahrhunderten von seinesgleichen losgesagt und beschützt die Menschen nun aus dem Exil heraus. Die Vergangenheit holt Esariel jedoch ein, als ein Unbekannter beginnt, Jagd auf seine sterblichen Schützlinge zu machen. Ehe er es sich versieht, muss er nicht nur um das Leben der Menschen kämpfen, die ihm am Herzen liegen, sondern auch um seine eigene Existenz.
                                                                                                gegenstromschwimmer-verlag.de


Meine Meinung:

Mein erstes Buch aus dem Gegenstromschwimmer-Verlag! Aufregend! 
Esariel ist ein Schutzengel und wenn ich "Schutzengel" höre, dann denke ich an so ein kleines pummeliges Baby mit blonden Locken und kleinen flauschigen Flügeln, das über meinem Kopf herumfliegt und mich vor allem möglichen Übel bewahrt. Esariel trifft diese Beschreibung jetzt nicht unbedingt. 

Verlassen von Gott, bekriegt sich das Himmelsvolk gegenseitig. Esariel hat davon irgendwann aber doch die Schnauze voll, will aber sein Schutzengeldasein nicht ganz aufgeben und macht dann eben das nächstbeste - er wird Personenschützer in Hamburg. Warum auch nicht.
Esariel war mir sehr sympathisch. Man merkt ihm an, dass er frustriert ist, enttäuscht von der Welt und von Gott. Er versteckt sich hinter Sarkasmus und Ironie (was zugegebenermaßen teilweise lustige Passagen provoziert) und kann, obwohl er es manchmal vielleicht möchte, nicht gut aus seinen Verhaltensmustern ausbrechen, in diesem Fall kann er nicht auf das beschützen verzichten, was sich natürlich einmal an seinem Job als Personenschützer zeigt, aber auch daran, dass er für Nadja, die junge Prostituierte, die er vor ihrem Zuälter rettet, da ist und auch an seinem Umgang mit Anil, seinem Nachbarn. Die Katze kann das mausen eben doch nicht lassen. 
Wo ich sein Verhalten nicht ganz nachvollziehen konnte, war in seiner Haltung gegenüber dem Töten. Auf der einen Seite will er die Menschheit unbedingt erhalten, auf der anderen Seite fällt es ihm teilweise sehr leicht Menschen, auch Menschen die nicht zu "Verderbten" wurden, umzubringen. Naja..

Ansonsten - ich hätte nicht gedacht, dass mir das Buch so gut gefällt. Mein Postmann hat heute morgen geklingelt, ich hab kurz mal reingeschaut und schwupps war das ganze Buch gelesen, was unbedingt FÜR Esariel spricht. Ich mochte das Tempus. Das Buch ist im Präsens geschrieben, was ich sehr schlau fand. Esariel hat ein bisschen den Charakter eines Action-Thrillers und die Verwendung der Gegenwart hat das Tempo nochmal gut angezogen. Teilweise ging es mir sogar ein wenig zu schnell, besonders gen Ende hätten ein paar Seiten mehr vermutlich nicht geschadet.

Trotzdem - ich hab das Buch gerne gelesen, ich hab eine ganze Weile gebraucht bis ich das Ende durchschaut hatte, erst einige Seiten bevor Esariel soweit war, hatte ich meinen Aha-Moment.

Ein Wort zum Cover - mir gefällts eigentlich. Es ist jetzt bestimmt nicht besonders elaboriert, das muss es auch gar nicht sein, aber ich mag die Sin-City-Vibes, die davon ausgehen :)


4 von 5 Sterne



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