Donnerstag, 16. Januar 2020

[Rezension] Hédi Fried - Fragen die mir zum Holocaust gestellt werden




Kurzinfos:

Titel: Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden
Autorin: Hédi Fried
erschienen im: Dumont Verlag
Seiten: 160 Seiten
gebundene Ausgabe
Preis (Stand 01/20): 18,00€ zum Beispiel bei amazon 


Klappentext:

An den weiterführenden Schulen und Universitäten, die Hédi Fried als Zeitzeugin und Holocaust-Überlebende besucht, stellen die jungen Erwachsenen ihr direkte Fragen. Und Hédi Fried antwortet ebenso konkret und offen wie eindringlich und weise. Sie berichtet von dem Tag, an dem ihre Familie aus ihrer Heimatstadt deportiert wurde, von der Zeit im Lager und dem Leben danach. Es gelingt ihr, einen Eindruck davon zu geben, was der Holocaust für die Verfolgten tatsächlich bedeutete. Gerade im Konkreten wird das Grauen ein Stück weit greifbar, rücken die unvorstellbaren Ereignisse näher an uns heran. Es wird deutlich, dass, was einmal geschehen ist, wieder passieren könnte. Hédi Frieds Zeugnis ist heute so wichtig wie nie zuvor.


Meine Meinung:

Ich muss an der Stelle einmal der Welt für ihre hartnäckige Präsenz in meinem facebook-feed danken. Die haben da nämlich einen Artikel beworben, in dem es um die Autorin dieses Buches ging. Ich hab also das Bild der nunmehr 95-jährigen Holocaust-Überlebenden ständig vor Augen gehabt und irgendwann nachgegeben und wollte den Artikel lesen. Ging aber nicht, weil ich kein Abo hatte, also dachte ich mir "leckts mich doch alle mal an der Kehrseite" und hab mir kurzerhand das Buch besorgt. Take this WELT!

Ich hab bis dato noch nie etwas von Hédi Fried gehört, aber tatsächlich sind sie und ihre Schwester Livia zwei sehr engagierte Aufklärerinnen, die schon seit den 80ern vor allem in Schulen unterwegs sind, Vorträge halten, in Talkshows gehen um Aufklärungsarbeit zu leisten, was ihre Erhfahrungen mit den Arbeits- und auch Vernichtungslagern während des dritten Reiches angeht. Hédi Fried, hat mit diesem Buch Antworten auf Fragen gesammelt die ihr bei solchen Vorträgen gestellt wurden. Fragen wie - Was war das schlimmste in den Lagern? Wie war die Essenssituation? Wie konnte sowas überhaupt passieren? Und auch: Sehen Sie Gemeinsamkeiten mit der damaligen Situation und der Flüchtlingssituation heute.
Teilweise, so könnte ich mir vorstellen, Fragen, die schwer zu beantworten sind, Fragen die zu beantworten weh tun könnten - die sie ausnahmslos offen und direkt beantwortet. Denn, so betont Hédi Fried in ihrem Vorwort - Es gibt keine verbotenen Fragen, keine dummen Fragen. Bewundernswert und wichtig.
Das Buch ist nicht lang, es sind keine 200 Seiten, aber es sind ausnahmslos Seiten die dich in ihren Bann ziehen. Schreckliche Erlebnisse, die dir physisch wehtun wenn du sie liest, aber Zeilen die wichtig sind zu lesen, die wichtig sind zu verstehen und zu verinnerlichen. Denn was Hédi Fried mit ihrer Aufklärungsarbeit bis heute tut, ist wichtig. Denn Geschichte tendiert sich immer wieder zu wiederholen, besonders heutzutage mit erschreckendem Rechtsruck in vielen Gesellschaften und Bücher und Geschichten wie die von Frau Fried, helfen dem entgegenzuwirken, helfen Bewusstsein zu generieren und das macht diese verrückte Welt ein bisschen besser.


5 von 5 Sternen

 

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