Mittwoch, 9. Oktober 2019

[Rezension] Ferdinand von Schirach - Der Fall Collini


Kurzinfos:

Titel: Der Fall Collini
Autor: Ferdinand von Schirach
erschienen im: Piper Verlag
Seiten: 208 Seiten
Hardcoverausgabe
Preis (Stand 10/19): 3,73€ (gebraucht) bei amazon


Klappentext:

34 Jahre hat der Italiener Fabrizio Collini als Werkzeugmacher bei Mercedes-Benz gearbeitet. Unauffällig und unbescholten. Und dann ermordet er in einem Berliner Luxushotel einen alten Mann. Grundlos, wie es scheint. Der junge Anwalt Caspar Leinen bekommt die Pflichtverteidigung in diesem Fall zugewiesen. Was für ihn zunächst wie eine vielversprechende Karrierechance aussieht, wird zu einem Albtraum, als er erfährt, wer das Mordopfer ist: Der Tote, ein angesehener deutscher Industrieller, ist der Großvater seines besten Freundes; in Leinens Erinnerung ein freundlicher, warmherziger Mensch. Wieder und wieder versucht er die Tat zu verstehen. Vergeblich, denn Collini gesteht zwar den Mord, aber zu seinem Motiv schweigt er. Und so muss Leinen einen Mann verteidigen, der nicht verteidigt werden will. Ein zunächst aussichtsloses Unterfangen, aber schließlich stößt er auf eine Spur, die weit hinausgeht über den Fall Collini und Leinen mitten hineinführt in ein erschreckendes Kapitel deutscher Justizgeschichte …


Meine Meinung:

Ich weiß nicht genau was ich bei diesem Buch erwartet habe. Definitiv nicht sowas. Inhaltlich war Der Fall Collini eine Bombe. Erst blickt man eine ganze Weile gar nicht durch, dann ist man einfach nur entsetzt. Der Plot hat eine Wendung genommen, die ich nie nie nie vorausgeahnt hätte und was zwar als aufsehenerregender Mordfall begonnen hat verwandelt sich am Ende in viel mehr als das. Dabei ist es nicht nur ein einfacher Roman über einen Mordfall, es ist genauso auch Aufklärug über deutsche Geschichte und über deutsches Recht, nicht verwunderlich natürlich wenn man bedenkt, dass der Autor ein Strafverteidiger ist.
Ein richtig gutes Buch lässt dich nach der letzten Seite nicht mehr los und stößt was in dir an und das hat dieses Buch bei mir ohne Zweifel. Es hat Interesse geweckt, ich will mehr über das Dreher-Gesetz wissen und das macht dieses Buch für mich schon zu einem 5 Sterne Buch, auch wenn es Erzählerisch schon seine Macken hat meines Erachtens. Aber das kann ich außen vor lassen, wenngleich ich es  trotzdem noch kurz erwähne.
Sprachlich ist der Stil sehr sachlich, ohne viele Ausschweifungen und Emotionen, was Sinn macht vor dem beruflichen Hintergrund des Autors, trotzdem war es mir an manchen Stellen etwas zu trocken,
besonders am Anfang, gegen Ende war der sachliche Stil wieder sehr passend. Die Charaktere sind auch alle bis vielleicht auf Collini, sehr bla. Ich musste grade nochmal überlegen wie der Anwalt hieß und ich habe das Buch erst vor Minuten zu Ende gelesen. 
Das größte Problem mit dem Buch das ich hatte war das Ende. Ich will jetzt nicht spoilern, aber es war einfach unbefriedigend, als wollte man das Buch nachdem der Knaller gezündet wurde schnell mit wenigen Sätzen beenden. Ich hätte mir einfach noch ein bisschen mehr erwartet. Das Ende an sich ist kosistent mit dem Plot, aber zu schnell abgefrühstückt für meinen Geschmack.
Alles in allem ein Buch das mich sehr berührt hat, die kleinen Mankos in meinen Augen sind mir fast egal, deswegen bleib ich bei 5 Sternen.


5 von 5 Sternen


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