Montag, 9. September 2019

[Rezension] Rita Falk - Winterkartoffelknödel



Kurzinfos:

Titel: Winterkartoffelknödel (Eberhofer #1)
Autorin: Rita Falk
erschienen im: dtv Verlagsgesellschaft
Seiten: 336 Seiten
Taschenbuch
Preis (Stand 09/19): 9,00€ zum Beispiel bei amazon 


Klappentext:

Nachdem der Eberhofer Franz seinen Dienst bei der Münchner Polizei quittieren musste und in sein niederbayerisches Heimatdorf Niederkaltenkirchen strafversetzt wurde, schiebt er eine ruhige Kugel. Seine Streifegänge führen ihn immer zum Wolfi auf ein Bier oder an den Küchentisch seiner stocktauben Großmutter. Sehr erholsam, bei all dem Zoff mit einem hanfanbauenden Vater (Alt-68er), der ihn mit Beatles-Dauerbeschallung noch in den Wahnsinn treibt. Aber manchmal muss der Eberhofer Franz auch in ziemlich grausigen Todesfällen ermitteln. So wie bei seinem ersten Fall: Da ist diese Geschichte mit den Neuhofers, die an den komischsten Dingen sterben. Mutter Neuhofer: erhängt im Wald. Vater Neuhofer (Elektromeister): Stromschlag. Jetzt ist da nur noch der Hans. Und wer weiß, was dem bevorsteht ...


Meine Meinung:

Uff. Ich bin so ein bisschen zwiegespalten. Ich seh die Bücher überall, ich hab auch (ich glaube) zwei Filme gesehen und jeder erzählt mir wie toll die Bücher sind, also hab ich mir jetzt mal das erste der (momentan) 9 Buch starken Reihe zu Gemüte geführt.
Und ich versteh auch, wieso so viele die Bücher toll finden. Es ist witzig und nett gemacht. 
Dorfpolizist Eberhofer langweilt sich in Niederkaltenkirchen, als plötzlich eine Reihe von Todesfällen passiert. Alle Mitglieder der Familie Neuhofer rafft es dahin. Für die Bevölkerung und die Vorgesetzten vom Franz Eberhofer ist klar - unglückliche Zufälle. Der Eberhofer selber ist nicht überzeugt und fängt (einigermaßen stümperhaft) das Ermitteln an [an dieser Stelle bitte Dienstwaffe entsichern und bedrohlich auf jeden richten, der grad zufällig in der Nähe ist].
Ein gemütlicher Fall, der erst langsam so richtig ins Rollen kommt, einigermaßen vorhersehbar ist und auch nicht wirklich spannend. Aber dafür ist es auch ein Provinzkrimi, so ist es da eben. Im Herzen Bayern hat mans mit der Gmütlichkeit.
Eberhofer selber wird zwar als grantig, schlicht und nicht besonders schnell im Kopf dargestellt, aber doch freundet man sich als Leser schnell mit ihm an. Andere Charaktere, wie zum Beispiel der Flötzinger - zum beömmeln. das dauergeile kleine GWS-Mandal vom Dienst, das jede Frau jederzeit gerne bespringen würde, obwohl er daheim Frau und Kind hat, oder die Oma, die verschrumpelt wie eine kleine Rosine trotzdem noch fit genug ist um jedem Sonderangebot hinterherzujagen. Das hat Spaß gemacht und ich hab öfter mal geschmunzelt.

Jetzt aber noch ein kleines, doch gewichtiges Aber - aber, ich denke die Perspektive hat dem Buch nicht unbedingt gut getan. Winterkartoffelknödel erzählt aus der Sicht des Herrn Eberhofer höchstpersönlich und ich finde, das war vielleicht nicht die beste Idee. Der Schreibstil ist ermüdend einfach gehalten, ohne Anspruch auf irgendeine Art von geistiger Herausforderung für den Leser. Der Satzbau ist ständig der gleiche, Wörter wiederholen sich andauernd, es ist teilweise einfach langweilig, auch weil man so den Eindruck bekommt, der Herr Eberhofer wäre einfach, man verzeihe mir den Ausdruck, dumm wie ein Fleischkäsebrötchen. Was doch irgendwie schade ist und mich auch ein bisschen in meiner Bayernehre kränkt.

Insgesamt konnte man das Buch ohne Probleme in einem Rutsch durchlesen, eben ein Buch, das man so nebenbei mal mitnehmen kann, zwar bei weitem nicht das Beste was es auf dem Provinzkrimimarkt gibt, aber doch ganz nett.


2,5 von 5 Sterne


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