Donnerstag, 25. Juli 2019

[Rezension] Annette Pehnt - Briefe an Charley



Kurzinfos:

Titel: Briefe an Charley
Autorin: Annette Pehnt
erschienen im: Piper Verlag
Seiten: 176 Seiten
Hardcover
Preis (Stand 07/19): 18,00€ zum Beispiel bei amazon


Klappentext:

Charley ist weg, schon lange. Aber seine Gefährtin lässt nicht ab von ihm. Zwar hat Charley sie verlassen, aber sie verlässt ihn noch lange nicht. Immer noch ist er ihr Gegenüber, ihr Gesprächspartner, sie denkt für ihn mit, sie sammelt Fundstücke für ihn, sie liest ihm vor, schreibt ihm Geschichten und führt Listen. In ihren Briefen an ihn dreht und wendet sie die gemeinsame Zeit. Wut, Verlassenheit, Sehnsucht und Erinnerungen wechseln einander ab. So erfindet sie Charley jeden Tag neu. Und mit dem Schreiben wächst die Macht über ihren Geliebten: Die Erzählerin allein bestimmt, wer Charley war und ist. Zugleich geraten für alle Beteiligten Gewissheiten ins Rutschen: Wie war es damals wirklich? Die mit zahlreichen literarischen Preisen bedachte Erzählerin Annette Pehnt legt ihren so vielschichtigen wie virtuosen neuen Roman vor.


Meine Meinung:

Ich bin nur mäßig begeistert. Ganz ernsthaft hab ich die ersten 50 Seiten oder so überhaupt nicht durchgestiegen. Sind es Briefe? Sind es Tagebucheinträge? Wieso schreibt sie den Namen CHARLEY nur in Großbuchstaben? Hat mich ein bisschen an die Bibel erinnert. Und CHARLEY ist Gott. Seltsam.
Der Plot (gibt es überhaupt einen? Stünde zur Diskussion..) ist wahnsinnig dünn. Im Grunde ergießt sich die Ich-Erzählerin über das ganze Buch in Selbstmitleid, sie hat offensichtlich Probleme damit verlassen zu werden. Charley (wohl eine verflossene Liebe) hat sie verlassen, Ihre Tochter ist ausgezogen und im Grunde tut sie sich vor allem selbst leid. Sie denkt sich Geschichten über Charley aus, schreibt Briefe, die sie nie abschickt, alles sehr traurig. Zum Ende kommt sie zwar wieder einigermaßen zurande und will weniger durch die Briefe und wieder mehr im realen Leben leben, aber alles in allem hat mich die Geschichte absolut nicht abgeholt.
Das Buch ist in teilweise sehr kurze Kapitel eingeteilt und lassen sich wunderbar lesen. Was ich schön fand, waren die Zitate von Roland Barthes, die den Kapiteln vorangestellt sind und auch, dass der Text von Roland Barthes in der eigentlichen Geschichte aufgegriffen wurden. Das fand ich einen netten Twist und ich hab absolut Lust bekommen mehr von dem Herrn zu lesen.
Sprachlich ist das Buch eine glatte 10. Ich hab selten so schöne Sätze gelesen, auf fast jeder Seite wollte ich mir was anstreichen - schreiben können Sie Frau Pehnt. Wahnsinn. 
Trotzdem - wunderschöne Sprache alleine reicht halt einfach nicht. Inhaltlich ist das Buch für mich leider durchgefallen. Aber mei - es ist kurz und allein für den Schreibstil lohnt es sich mal reinzulesen.


2,5 von 5 Sternen

Montag, 22. Juli 2019

[Rezension] Simona Ahrnstedt - Ein Einziges Geheimnis



Kurzinfos:

Titel: Ein Einziges Geheimnis (One Night Only #2)
Autorin: Simona Ahrnstedt
erschienen im: LYX Verlag
Seiten: 672 Seiten
brochierte Ausgabe
Preis (Stand 07/19): 14,99€ zum Beispiel bei amazon


Klappentext:

Alexander de la Grip ist für zwei Dinge bekannt: sein Aussehen und seine Frauengeschichten. Die Medien bezeichnen ihn als schwedischen Jetset-Prinzen, doch dass Alexander seine Nächte mit Partys und Sex verbringt, um so der grausamen Leere in seinem Innern zu entkommen, ahnt niemand. Als er auf die toughe Ärztin Isobel Sørensen trifft, weiß er sofort, dass sie seine nächste Eroberung sein wird. Aber auch Isobel verbirgt ein Geheimnis: Ihre Non-Profit-Organisation Medpax steckt in finanziellen Schwierigkeiten, und sie braucht dringend Geld. Geld, das Alexander im Überfluss besitzt. Doch was als Spiel beginnt, wird bitterer Ernst, als Alexander und Isobel erkennen, dass die Menschen nicht immer sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Und während die beiden sich immer näher kommen, sind sie gezwungen, alles infrage zu stellen, was sie zu wissen glaubten.


Meine Meinung:

Jetzt bin ich endlich zum zweiten Teil der One Night Only Reihe von Simona Ahrnstedt gekommen, nachdem ich Teil 1 fast schon vor einem Jahr gelesen habe, war es hie und da ein bisschen schwierig wieder in die Story und in das Setting zu finden. Obwohl Ein Einziges Geheimnis auch unabhängig von seinem Vorgänger gelesen werden kann, ist es meiner Meinung doch sinnvoll Teil 1 vorneweg zu lesen. Viele Charaktere besuchen uns hier noch einmal, man erfährt mehr über die Kindheit der de la Grip-Geschwister, abgesehen natürlich von Alexander, wird auch Peter, der in Ungnade gefallene älteste Sohn, einigermaßen beleuchtet. Diese Nebengeschichte fand ich ziemlich großartig, denn auch wenn ich gewisse Antipathien mit Peter verbinde, war ich zum Ende hin einigermaßen versöhnt mit seiner Person.
Insgesamt ist Ein Einziges Geheimnis eine gelungene Fortsetzung, die schwedische High Society ist mir persönlich sehr fern und ich fand es sehr interessant und spannend von Schlössern und pompösen Hochzeiten zu lesen und wo in Teil 1 noch ein Fokus auf der Finanzwelt lag, wird hier viel von der Arbeit der Ärztin Isobel berichtet. Besonders eindringlich natürlich ihre Arbeit im Chad, sehr eindringlich und soweit ich das beurteilen kann sehr gut recherchiert. Isobel ist eine starke Frau, kompetent, mit Prinzipien, ohne Frage eine sehr interessante Persönlichkeit, allerdings sind wir nie besonders warm miteinander geworden. Das gleiche mit Alexander, er hat seine interessante Ecken, aber insgesamt war er mir zu perfekt, zu "smooth". 
Zusammen haben die beiden trotzdem ein schönes Paar abgegeben, obwohl ich Alexander den Partyboy irgendwie schlecht abgenommen habe.
Vom Plot her find ich das Buch ein bisschen überladen - Es fängt als rosarote Leifenblasen-mäßiger-0815 Liebesroman an, nimmt dann über einen kleinen Schlenker unerwartet ein bisschen Sadomaso mit und endet dann in 96 Hours - Taken. Fand ich ein bisschen too much, aber gut, das Buch ist einigermaßen lang. Trotzdem, das Ende war mir bisschen zu viel des guten Willens. Dann lieber noch ein Buch schreiben.


3 von 5 Sterne

[Rezension] Hédi Fried - Fragen die mir zum Holocaust gestellt werden

Kurzinfos: Titel: Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden Autorin: Hédi Fried erschienen im: Dumont Verlag Seiten: 160 Seite...